Ein Bittgesuch der Schwarzthaler

Veröffentlicht am 15. September 2017


„An Ihre hohe Majestätische und Liebreiche Kaiserinmutter Karolina, Stifterin und Oberfrau des Leropoldinenvereins in Wien.

Gemeinde Schwarzthal Alleruterthänigste und ehrfurchtsvolle Kinder bitten um eine kleine Spendung zur Einrichtung ihrere armen Kirche!
Mutter der Atmen!
Gedrückt durch unser Schicksal waren wir allerunterhänigst Gefertigte geqzungen, unser Vaterland Böhmen zu verlassen und die Erhaltung unseres Daseins in der Welt, in der Bukowina zu suchen, worauf wir im Jahre 18326 den Bukowina Kreis betreten, allwo man uns den Ertrag des Bodens rühmte, jedoch uns in unserer Hoffnung getäuscht während sechs Jahren nur meistens durch Händearbeit und milde Gaben der wohtlätigen Menschen unser Leben fristen mußten. Im Jahre 1842 hat und das Löbl. k. u. k. Kol Wirtschaftsamt zu Solka einen Ansiedlungsstand im Hochgebirge in einer hochwaldigen, sehr wilden und steinigen Gegend zugeteilt, allwo wir uns auch ansiedelten und in Baracken ansäßig machten, wofür wir der hohen Regierung den wärmsten Dank vor dem allerhöchsler Throne Seiner Majestät darbringn. Da wir nun in unserer Ansidlung von unserer Pfarrkirche vier Meilen entfernt sind und wir in der röm. Kath. Religion geboren und erzogen wurden und wir auch unsere Kinder in derselben Religion erziehen wollen und in sersere Pfarrkirche nach Gurahumora erstens wegen der seiten Entfernung und zweitens wegen der großen Gebirgswasser, welches wir von unsere Ansiedlung, nämlich Schwarzthal, bis nach Gurahumora zehn mal bewandern müsse, nicht in de Kirchlein zu ergauern, wo unser Seelsorge aus Gurahumora wier Meilen weit zu uns kommt, uin in unserem armen Kirchleine den Gottesdienst zu verrichten und um uns in der Religion zu stärken. In der größten Armut und Not und mit aller Anstzrengung unsereer Kräfte erbaulten wir unser Kirchlein, welches benahe schon zusammenfällt. Aber leider! Trotz aller unserer Anstrengung, brachten wir es nicht so zustande, daß wir unser Kirchlein mit einwendiger Einrichtung wie auch, was zum Gottesdienst erforderlich ist, versorgen könnten. So nehmen wir ehrfurchtsvollen Kinder unsere Zuflucht an Eure hohe Ausländern der guttätige und mildreiche Ruf Euer Majestätischen Großmut und Güte erschallt. So sassen auch wir als Landeskinder unser festes Vertrauen an Eure hohe Majestätische und Wildreiche Güte und wagen unsere innigste Bitte und fallen unter heißen Tränen auf unser Angesicht, als Kinder von Ihrer Wild- und Liebreichen Mutter mögen sich unsere flehenden und um Hilferufenden armen Kinder rebarmen und durch Ihre Majestätische und Mildreiche Hand eine kleine Spendung zur Einrichtung und zur Reparatur unseres armen Kirchleine hütigst geruhen zu wollen. Wofür wir insgesamt für das irdische und jehseitigt Wohl Euere Majestätischen und Mildreichen Kaiserinmuttter zu Gott flehen werden. Schwarzthal, den 15. September 1865.
Ambros Hoffmann, Ortsrichter, Josef Bernhauser, Josef Pielsel, Johann Seemann, Kirchenvater.“
Das auf dem Dokument stehende Gemeindesiegel zeigt einen Tannenbaum mit einer Säge auf der linken und einem Beil auf der rechten Seite. Darunter der Name „Schwarzthal.“